
Der Roman
Wer bin ich, wenn mein früheres Leben nichts mehr zählt?
Den Traum, Sängerin zu werden, hatte sich Hanna längst aus dem Kopf geschlagen, irgendwann in den 70ern, irgendwo in der DDR. Doch dann läuft ihr Hannes wieder über den Weg, ihre Jugendliebe mit dem großen Mundwerk und dem Banjo über der Schulter. In einem System voller Widersprüche bauen sich die beiden ein Leben als gefeierte Folk-Musiker auf – bis ausgerechnet der ersehnte Mauerfall all ihre Gewissheiten erschüttert. Gemeinsam, und doch jeder für sich, müssen sie nun eine Antwort auf die große ostdeutsche Frage finden: Wer bin ich, wenn mein früheres Leben nichts mehr zählt?
Humorvoll und ungeschönt erzählt der autofiktionale Familienroman von Aufstiegen und Träumen vor der Wende, von Abstiegen und geplatzten Träumen nach der Wende, vom widersprüchlichen Leben hinter der Mauer und den Kollateralschäden der Wiedervereinigung.
Über das Buch
Der Roman ist denjenigen aus dem Herzen geschrieben, die eine ähnliche Geschichte erlebt haben – sei es als ostdeutsche Erwachsene, die sich nach dem Mauerfall neu erfinden mussten, oder auch als Wendekinder, die im Klima der Nachwendejahre herangewachsen sind. Er gibt jener Generation Ostdeutscher eine Stimme, die ihre eigene Version der Geschichte nie erzählen konnte – zumindest nicht ohne Gefahr zu laufen, sogleich als „Jammer-Ossi“ abgestempelt zu werden.
Angesiedelt in der Kulturszene einer gewöhnlichen Bezirksstadt, erzählt der Roman von einer kollektiven Erfahrung, die jede ostdeutsche Familie kennt: dem Verlust der eigenen Identität und der Entwertung des eigenen Lebenswerks durch den Lauf der Geschichte. Das Schicksal der Musiker im Roman ist auch das Schicksal der Fabrikarbeiterin, des Ingenieurs oder der Landwirtin, deren Betrieb im Zuge der Wiedervereinigung die Tore schloss und deren Leben sich damit in ein Vorher und ein Nachher teilte.
Ohne die DDR zu verklären, zeichnet der Roman den Werdegang seiner Figuren nach und konserviert dabei all das, was in Geschichtsbüchern kaum zu finden ist: die ungeschriebenen Regeln des Alltags hinter der Mauer, den Erfindungsreichtum in der Mangelwirtschaft, den herzlichen Galgenhumor der Ostdeutschen und ihren Stolz, sich unter widrigsten Bedingungen ein lebenswertes Leben erschaffen zu haben.
Wer diese Zeit selbst erlebt hat, wird im Roman eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit machen. Wer sie nicht erlebt hat, wird danach besser verstehen, warum die innere Einheit noch immer nicht vollendet ist.
384 Seiten · tredition
Hardcover ISBN 978-3-384-63184 8
Softcover ISBN 978-3-384-63183-1
E-Book ISBN 978-3-384-63183-1
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